Objekt des Monats Juli 2012

Achtung: dieser Eintrag ist nicht mehr aktuell!

Daguerreotypie

In der Sonderausstellung „Frühe Zwettler Fotografen“ im Stadtmuseum Zwettl sind neben zahlreichen historischen Fotos und Geräten auch mehrere Daguerreotypien aus der Sammlung von Werner Fröhlich zu bewundern.
Im Jänner 1839 wurde in Paris in einer gemeinsamen Sitzung der Akademie der Wissenschaften und der Kunstakademie das erste brauchbare fotografische Verfahren vorgestellt, das Louis Jacques Mandé Daguerre (1787-1851) gemeinsam mit seinem bereits verstorbenen Partner Joseph Nicéphore Niépce (1765-1833) entwickelt hatte.
Die Daguerreotypie basiert auf der Lichtempfindlichkeit von Silberhalogeniden. Bei diesem Verfahren wird eine spiegelglatt polierte, versilberte Kupferplatte unter Einwirkung von Joddampf (später auch noch von Brom- und Chlordämpfen) lichtempfindlich gemacht. Dadurch bildet sich an der Oberfläche der Silberschicht Silberjodid bzw. Silberbromid. Danach muss die Platte im Dunkeln aufbewahrt und möglichst bald verwendet werden. Beim Belichten setzt man sie an der Rückseite eines Fotoapparates dem durch das Objektiv der Kamera einfallenden Licht aus. Auf ihre Oberfläche wurde ein kopfüber stehendes und (in der Draufsicht) zudem seitenverkehrtes Bild projiziert. Wegen der geringen Empfindlichkeit des Jodsilbers dauerte eine Belichtung an der Sonne anfangs zehn bis fünfzehn Minuten, später jedoch durch Verbesserungen des Verfahrens und der Objektive weniger als eine halbe Minute, wodurch Porträts möglich wurden. An den belichteten Stellen der Aufnahme wurde das Silberhalogenid zu metallischem Silber reduziert. Anschließend wurde mit Hilfe von Quecksilberdämpfen entwickelt. Auf der Trägerplatte lagerten sich dabei an den vorher vom Licht getroffenen Partien des sehr schwachen Silberbildes Quecksilber-Tröpfchen an. Nach dem Fixieren, anfangs in einer Meersalz-, später einer „Hyposulfit-“(Thiosulfat) oder Zyankali-Lösung, wobei sich die verbliebenen lichtempfindlichen Silbersalze auflösten, entstand ein äußerst lichtbeständiges, hellgraues Bild. Der Quecksilber-Niederschlag war jedoch extrem berührungsempfindlich. Die Trägerplatte wurde deshalb zusammen mit einem Passepartout hinter eine Glasscheibe montiert und mit dieser zum Schutz vor Oxidation luftdicht verklebt, bevor man sie abschließend in ihre Einfassung (Schatulle oder Rahmen) setzte.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Daguerreotypie

Daguerreotypie, Porträt eines unbekannten Mannes

 Daguerreotypie, Porträt eines unbekannten Mannes

01.07.2012