Stadtmuseum zeigt eine tolle Sonderausstellung

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Stadtmuseum zeigt eine tolle Sonderausstellung

Zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher nahmen am 1. Mai 2010 an der Eröffnung der diesjährigen Sonderausstellung des Stadtmuseums Zwettl teil. Nach der Begrüßung durch Museumsvereins-Obmann Reinhard Gundacker gab Obmannstellvertreter Dir. Franz Fichtinger einen Überblick über die Entstehung und Inhalte der von Stadtarchivar Friedel Moll initiierten Sonderausstellung, die dem Thema „Maurerhandwerk und Ziegelbrennerei in Zwettl“ gewidmet ist.

Dir. Fichtinger dankte den Leihgebern sowie der Stadtgemeinde Zwettl für die gute Zusammenarbeit. Sein besonderer Dank galt Friedel und Maria Moll und den ehrenamtlich wirkenden Vereinsmitgliedern sowie den Schülern der Fachgruppen „Bau“ und „Holz“ der Polytechnischen Schule Zwettl, die zur gelungenen Umsetzung beigetragen haben.

Kulturstadtrat Johann Krapfenbauer dankte dem Team des Museumsvereines Zwettl für das engagierte Wirken und gratulierte zur „professionellen Gestaltung“ dieser neuen und nunmehr vierten Sonderausstellung.

Im Anschluss an eine von Dir. Fichtinger gestaltete Ausstellungsführung waren alle BesucherInnen zu einem kleinen Imbiss geladen – passend zum Ausstellungsthema gab es „Maurerforellen“. Für die musikalische Umrahmung der Eröffnungsfeier sorgten Mag. Harald Hauer und sein Sohn Jürgen. Der gemütliche Teil des Eröffnungstages wurde von Ing. Ignaz Hofbauer auf dem Maurerklavier mit humorvollen „Maurer“-Gstanzln begleitet.

Viele interessante Exponate
Die sehr ansprechend aufbereitete Sonderausstellung wirft ein Licht auf die Geschichte der Zwettler Maurerzunft, die einst das gesamte mittlere Waldviertel umfasste - von Arbesbach über Groß Gerungs und Zwettl bis Döllersheim und Rastenfeld bzw. von Kirchberg/Walde bis Grafenschlag. Viele Exponate werden erstmals öffentlich gezeigt, so zum Beispiel die aus dem 1651 stammende Zunftlade der Zwettler Maurerinnung sowie zahlreiche Originaldokumente – darunter die ebenfalls aus dem Jahr 1651 datierende Zunftordnung der Maurer. Weiters werden die Arbeiten und die Biographien einiger Zwettler Maurermeister vorgestellt, wie zum Beispiel von Mathias Atzmüller, der zwischen 1722 und 1727 am Bau des Stift Zwettler Kirchturmes beteiligt war und unter anderem 1726 die Kapelle in Rudmanns errichtete, oder Johann Reininger, der 1844 die Burg Rastenberg umbaute sowie Ignaz Köck, der 1835 den Zwettler Gemeindearrest in der Florianigasse und 1846 die Bründlkapelle im Kamptal errichtete.

Geschichte der Ziegelöfen in der Region Zwettl
Ein wichtiges Thema der Ausstellung sind die vielen kleinen Ziegelöfen, die teils bis in das 19. und 20. Jahrhundert hinein in der Gegend von Zwettl existierten. Seit dem 16. Jahrhundert betrieb die Stadt Zwettl in Moidrams einen eigenen Ziegelofen. Auch das Kloster und die Propstei erzeugten Ziegel. Daneben gab es in vielen Orten der Umgebung - wie zum Beispiel in Rudmanns, Schickenhof, Ratschenhof, Großglobnitz, Oberhof und Böhmhöf - kleine private Ziegelöfen. Im Stadtmuseum wird an diese Tradition erinnert und es werden zahlreiche Ziegel aus den verschiedenen Produktionsstätten rund um Zwettl gezeigt, darunter auch kuriose und seltene Stücke.

Leihgaben und Modelle
Neben Leihgaben z. B. aus den Archiven der Stadt Horn und des Stiftes Zwettl sowie aus dem Schlossarchiv Rastenberg finden sich in der Sonderausstellung auch der Nachbau eines Ziegelschlagtisches sowie zwei Modelle von Ziegelöfen, mit denen die früher übliche Praxis der Ziegelproduktion veranschaulicht wird. Diese Modelle und weitere Einrichtungs- und Dekorationsstücke wurden von Schülern der Polytechnischen Schule Zwettl hergestellt.

Unterstützung erhielt das Team des Zwettler Museumsvereines auch durch Ing. Ignaz Hofbauer, der Dekorations- und Ausstellungsstücke zur Verfügung stellte und der - zusammen mit Stadtarchivar Friedel Moll, Obmannstellvertreter Dir. Franz Fichtinger und dem Historiker Dr. Thomas Kühtreiber - bei der Gestaltung des Ausstellungskataloges mitwirkte.

Ein weiteres Kapitel dieser interessanten Sonderausstellung ist dem erhalten gebliebenen mittelalterlichen Mauerwerk in Zwettl gewidmet: Dazu gehören vor allem das imposante Quadermauerwerk der Propsteikirche und das Bruchsteinmauerwerk der Stadtmauer. Darüber hinaus bietet die Schau auch viele Informationen zum beruflichen Werdegang eines Maurers in früherer Zeit.

Öffnungszeiten von Mai bis Ende Oktober 2010
Das Stadtmuseum bzw. die Sonderausstellung sind von Anfang Mai bis Ende Oktober zu folgenden Zeiten geöffnet:

Freitag: 14.00 bis 17.00 Uhr; Samstag, Sonn- und Feiertag: 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr.
Zusätzlich in den Monaten Juli und August: Dienstag, Mittwoch u. Donnerstag 14.00 bis 17.00 Uhr


Information zum gezeigten Gruppenfoto:
Nahmen an der Eröffnung der Sonderausstellung teil: Ausstellungsinitiator Stadtarchivar Friedel Moll, Museumsvereins-Obmann Reinhard Gundacker, Sammler und Leihgeber Werner Fröhlich, Vbgm. DI Johannes Prinz, Vorstandsmitglied Günther Edlmeier, die beiden Musiker Jürgen Hauer und Mag. Harald Hauer (stehend, v. re.) sowie Stadtrat Johann Krapfenbauer, Obmannstellvertreter Dir. Franz Fichtinger, Ignaz Hofbauer sen. und sein Sohn Ing. Ignaz Hofbauer (sitzend, v. re.).

04.05.2010