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So lautet der Titel der Sonderausstellung 2010 des Museumsvereins Zwettl, die bis 31. Oktober im Stadtmuseum im Alten Rathaus in Zwettl (Sparkassenplatz 4) zu sehen ist.Die Ausstellung befasst sich zunächst mit den beiden bedeutendsten Zeugnissen mittelalterlicher Maurer- und Steinmetztechnik in Zwettl, nämlich mit der Propsteikirche aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und der Stadtmauer aus dem 12. bis 15. Jahrhundert, von er heute noch sechs Türme und nahezu 1 Kilometer Mauerwerk erhalten sind.Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Zunft der Zwettler Mauerer und Steinmetze, die sich seit der Mitte des 17. Jahrhunderts in dieser Stadt nachweisen lässt, und die bis weit ins 19. Jahrhundert das gesamte mittlere Waldviertel umfasste, von Arbesbach und Groß Gerungs bis Döllersheim und Rastenfeld, von Kirchberg am Walde, Gerweis und Schweiggers bis Grafenschlag und Großreinprechts. Hier werden interessante Dokumente gezeigt, wie etwa eine Handwerksordnung, die Kaiser Ferdinand III. 1651 erließ, Meisterbücher und Zeugnisse, aber auch der prächtige Zunftkrug aus Zinn und die Zunfttruhe, datiert mit 1651, die wie zahlreiche weitere Objekte erstmals öffentlich zu sehen ist.Die Berufsausbildung vom Lehrling über den Gesellen zum Meister wird an Hand von Dokumenten und Meisterstücken veranschaulicht. Die Wanderjahre, die jeder Geselle nach seiner Freisprechung absolvieren musste, sind am Beispiel eines aus Böhmen stammenden Gesellen dargestellt, der auf seinen Reisen bis nach Ungarn kam und sich letztlich in Horn niederließ, wo er eine Familie gründete. Auch die wirtschaftliche Situation von Maurergesellen und -meistern in früherer Zeit wird am Beispiel von Tageslöhnen des 18. Jahrhunderts und durch Verlassenschaftsabhandlungen aus den Jahren 1612 und 1774 angesprochen.Kurze Biographien einzelner Maurermeister der Zwettler Zunft und ihre markantesten Werke schließen den ersten Teil der Ausstellung ab.Im zweiten Abschnitt widmet sich die Schau der Ziegelerzeugung in unserem Raum von der Mitte des 16. bis herauf ins 20. Jahrhundert. In der frühen Neuzeit war das Ziegelbrennen nur Grundherrschaften, Städten und Klöstern gestattet. Das Stift Zwettl betrieb spätestens ab dem 17. Jahrhundert einen Ziegelofen in Rudmanns, der vor allem den gewaltigen Bedarf an Baumaterialien in der Barockzeit decken helfen musste. Die Stadt Zwettl selbst besaß mindestens seit der Mitte des 16. Jahrhunderts einen Ziegelofen in Moidrams, und auch die Propstei Zwettl stellte auf ihrem Grund zeitweise eigene Ziegel her. Kaiserliche Patente des 17. und 18. Jahrhunderts schrieben vor, dass jeder Produzent seine Ziegel zu kennzeichnen hatte. Außerdem wurden einheitliche Ziegelmaße und Qualitätskriterien vorgeschrieben. Als im 19. Jahrhundert die Ziegelbrennerei zu einem freien Gewerbe erklärt wurde, entstanden auch in den Dörfern im Nahbereich von Zwettl zahlreiche kleine Ziegeleien, die vor allem von Bauern - sozusagen im Nebenerwerb - betrieben wurden.Die Ausstellung zeigt zu diesem Themenbereich neben zahlreichen Bildern, Grafiken und Dokumenten auch Modelle von Ziegelöfen und den Nachbau eines Ziegelschlagtisches, auf dem der Ziegler aus dem Lehm mit den hölzernen Ziegelmodeln die Rohlinge formte, nachdem der „Sandler“ den Model mit Sand ausgestreut hatte, damit sich der Lehm daraus auch löste. Eine repräsentative Auswahl von Mauer- und Pflasterziegel, vorwiegend in der Region gefertigt, wie ihren Ziegelzeichen zu entnehmen ist und mehrere massive Dachziegel von interessanten Gebäuden runden die Schau ab. Zum Abschluss bietet ein Kurzfilm Einblick in die moderne, industrielle Ziegelerzeugung.
Öffnungszeiten von Anfang Mai bis Ende Oktober: Freitag: 14.00 bis 17.00 UhrSamstag, Sonn- und Feiertag:10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr.Zusätzlich in den Monaten Juli und August:Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 14.00 bis 17.00 Uhr
02.06.2010
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